Die Entwicklung des Begriffs Sprachbund in der Balkanlinguistik

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Inhaltsangabe > 1. Einleitung >

1.1 Sprachbund: Vorläufige Definition

Bei Bußmann lesen wir unter dem Eintrag "Sprachbund" folgende Definition:

Gruppe von geographisch verwandten Sprachen, die aufgrund wechselseitiger Beeinflussung [...] Konvergenzerscheinungen aufweisen, die sie strukturell eindeutig von anderen benachbarten Sprachen abgrenzen (S. 698)

Wie bei anderen Definitionsansätzen, so finden sich auch hier zwei bis drei unterschiedliche Grundfaktoren, durch die ein Sprachbund zu bestimmen ist:

1. die Sprachen des Sprachbundes

bei Bußmann: "geographisch verwandte Sprachen"

2. die Übereinstimmungen der Sprachen

bei Bußmann: "Konvergenzerscheinungen, [...] die sie [die Sprachen] strukturell eindeutig von anderen benachbarten Sprachen abgrenzen"

3. eine nicht-genetische Erklärung für diese Übereinstimmungen

bei Bußmann: "aufgrund wechselseitiger Beeinflussung"; dieser Punkt findet nicht in allen Definitionen des Begriffs Sprachbund (explizite) Berücksichtigung, so z.B. bei Trubetzkoy


Analog lassen sich die Ergebnisse der Balkanlinguistik diesen drei Faktoren zuordnen:

  1. die Balkansprachen
  2. die Balkanismen
  3. Erklärungsmodelle

Entsprechend sind in der vorliegenden Arbeit das Kapitel 3 (Die Ergebnisse der Balkanliguistik) und das Unterkapitel 4.2 (Spätere Ergänzungen zu Trubetzkoys Definition) unterteilt.

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